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  Vita
 





Das bin ich 



Geboren wurde ich im Jahr 1968 in dem kleinen Dörfchen Neuenhausen. Das gehört zu Grevenbroich und Grevenbroich gehört zum Kreis Neuss.
Ja, genau, DAS Grevenbroich, das durch Horst Schlämmer bekannt wurde.

Neuenhausen war zu meiner Kindheit der ideale Ort, um Geschichten zu erfinden. Wir stromerten durch den Bend, der uns mit seinen verwunschenen Pfaden durchs Dickicht und seinen zugewucherten Wassergräben wie ein Dschungel vorkam. Wir fingen Molche und Kaulquappen, spielten zwischen den alten Bombenkratern, über deren Entstehung jedes Kind Gruselgeschichten zu erzählen wusste und kamen oft erst heim, wenn es längst dunkel war. Manchmal zogen wir auch ins Indianertal am Welchenberg. Ich habe bis heute keine Ahnung, wer diesem hügeligen Wäldchen den Namen einst gab, aber er passt - nirgendwo konnte man besser Indianer spielen.

Die größte magische Anziehungskraft besaß für mich allerdings ein alter Bauernhof, der schon damals etliche Jahre abgebrannt und halb verfallen in der Nähe des Willibrodusbrunnens stand. Als besondere Mutprobe galt es damals, einmal quer durch die Scheune zu marschieren, musste man doch jeden Moment damit rechnen, dass man schon beim kleinsten Geräusch eine Vibration auslöste, die das Gebäude sofort zusammenbrechen ließ und einen unter sich verschüttete. Und überhaupt - was hatte damals die verhängnisvolle Feuersbrunst ausgelöst, die den Hof in Schutt und Asche legte? Für uns Kinder konnten die Spekukationen darüber nicht gruselig genug sein.

Als wäre die Legende von den Drei Linden nicht schon schaurig genug! Diese drei Bäume wuchsen noch bis weit ins 20. Jahrhundert dort, wo heute die Vollrather Höhe steht. Der Legende nach wurde vor langer Zeit ein schönes junges neuenhausener Mädchen wegen Ketzerei zum Tode verurteilt. Sie beteuerte bis zuletzt ihre Unschuld und erklärte, zum Beweis würden nach ihrem Tod am Ort des Richtplatzes drei Linden wachsen.

 

So wuchs ich also auf inmitten von Legenden, Märchen und Gruselgeschichten, die mich bis heute begeistern. Wen wunderts, dass aus mir eine Geschichtenschreiberin wurde?

Okay, zunächst sah es nicht danach aus, ich ging brav zur Schule, besuchte im Anschluss daran die Höhere Handelsschule, wurde Bekleidungsnäherin und studierte später Bekleidungstechnik, aber heute glaube ich, dass alles tat ich nur, um herauszufinden, was ich NICHT wollte.

Ich wollte keine Industriekauffrau werden. Ich wollte nicht mein Leben lang an einer Nähmaschine sitzen und mir meine Träume im Akkorddruck weg-monotonisieren (wer jemals im Akkord bei 35 Grad Samtröcke zusammengenäht hat, weiß, wovon ich spreche), und mit dem Zirkus der Eitelkeiten, wie wan ihn auf jeder Modenschau erleben kann, konnte ich mich nicht identifizieren. Trägt man nächste Saison jetzt A, H oder V-Linie? Wohin mit dem Rocksaum? Übers oder unters Knie? Kommen die Schulterpolster (würg) wieder? Und überhaupt, was sagen Mailand, Paris und London dazu? Oder sollen wir eher nach Tokio schauen? HÄ???
Das war ich nicht!!!!

Ich war Heike, die mit ihrer Bande über die Vollrather Höhe stürmte, Regenwasser aus Pfützen trank und die ganz sicher war, dass es unter dem abgebrannten Bauernhof einen Tunnel zur Gustorfer Mühle gab. Ich hatte es nur vergessen. Es war eine Herausforderung, diese Heike wieder zu finden und ihr wieder Luft zum atmen zu geben. Gottseidank ist es mir gelungen. Pech für Mailand *g* aber ehrlich gesagt hat die Modewelt mit mir keinen großen Verlust erlitten.
Heute bin ich Ehefrau, Mutter zweier wunderbarer Kinder, und wer weiß, vielleicht mache ich mich ja mal auf die Suche nach dem Tunnel zwischen dem Bauernhof und der alten Mühle?

 
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